
Süßwasserfische im Aquarium
Entscheidung für ein Süßwasseraquarium
Die meisten, in einem Aquarium gehaltenen, Fische sind Süßwasserfische. Die Gründe für die große Häufigkeit von Süßwasseraquarien liegen vor allem im relativ einfachen Aufbau und Betrieb. Neueinsteiger in die Aquaristik finden Tropenzentrum eine große Auswahl an fertigen und günstigen Komplettsets, die bereits den Großteil der notwendigen Technik enthalten. Nach einem relativ unkomplizierten Aufbau, der Lektüre von guter Fachliteratur fehlt nur noch der Kauf von einigen passenden Süßwasserfischen und schon schmückt das erste eigenen Aquarium die Wohnung.
Vielfalt der Süßwasserfische
Neben der grundsätzlichen Unterscheidung von Aquarien in Kaltwasser- und tropische Süßwasseraquarien lassen sich Süßwasserfische hingegen in drei Gruppen unterteilen: Primäre, sekundäre und periphere Süßwasserfische.
Das Kaltwasseraquarium ist die älteste Form des Süßwasseraquariums und relativ leicht zu pflegen. Heute trifft man allerdings weit öfter auf tropische Süßwasseraquarien, die erstens eine höhere Besatzstärke und zweitens eine weit größere Artenvielfalt zulassen als die Kaltwasservariante.
Einteilung der Süßwasserfische
- Primäre Süßwasserfische: Sie haben sich im Süßwasser entwickelt und haben absolut keine Salzwassertoleranz. Mit weit über 6.000 Arten stellen sie zwei Drittel aller Süßwasserfische und gut ein Drittel der gesamten Fischfauna dar.
- Sekundäre Süßwasserfische: Sie stammen von marinen Vorfahren ab und haben eine geringe Salzwassertoleranz. Ihr Vorkommen beschränkt sich hauptsächlich auf Seen und Flüsse in vom Festland getrennten Inseln wie Australien, Madagaskar, Sulawesi und Neuguinea.
- Periphere Süßwasserfische: Sie haben eine ausgeprägte Salzwassertoleranz und können sowohl im Meer als auch in Süßwassergewässern leben. Die wohl bekanntesten Vertreter dieser Spezies sind Lachse.
Entscheidung für Süßwasserfische
Mit der Entscheidung für ein Süßwasseraquarium liegen sowohl als Anfänger als auch fortgeschrittener Aquarianer niemals falsch. Der im Vergleich zum Salzwasseraquarium relativ einfache Betrieb, und die große Auswahl an Süßwasserfischen sind die großen Vorteile des Süßwasseraquariums.

Aquarium Fische einsetzen
Integration von neuen Aquarienfischen
Bevor Sie Ihre neuen Aquarium Fische einsetzen, ist es wichtig ein fertiges Aquarium zu haben, das bereits mehrere Wochen eingefahren wurde. wir verpacken Ihre Fische im fachgerechten speziellen Plastikbeutel für den Transport. Wenn es sich bei den Fischen um einen kompletten Neubesatz handelt, können Sie direkt mit der Eingewöhnungsphase an die neuen Wasserbedingungen starten. Wenn Sie jedoch neue Fische zu Ihrem alten Fischbestand hinzufügen, sollten Sie diese, sofern möglich, zuerst in einem eigenen Quarantänebecken unterbringen und eingewöhnen.
Vorgehensweise Aquarium Fische einsetzen:
- Schlaten Sie zuerst die Aquariumbeleuchtung aus
- Lassen Sie den geschlossenen Plastikbeutel an der Wasseroberfläche schwimmen, damit sich die Temperatur im Beutel an das Aquarienwasser anpassen kann.
- Öffnen Sie nach gut einer halben Stunde den Beutel und geben Sie etwas Aquarienwasser in den Plastikbeutel zu Ihren Neuankömmlingen.
- Wiederholen Sie den Vorgang alle 10 Minuten ungefähr ein bis zwei Stunden lang, bis die Fische an die neuen Wasserwerte angepasst sind.
- Je größer die Unterschiede zwischen dem Becken des Händlers und Ihrem Aquarium sind, desto länger sollte dieser Vorgang dauern – informieren Sie sich daher schon beim Kauf über die Wasserwerte des Händlerbeckens, um Ihren Fischen einen optimalen Start in Ihrem Aquarium zu ermöglichen.
- Bevor Sie Ihre neuen Pfleglinge in Ihr Aquarium setzen geben Sie bitte eine Dosis JBL Acclimol (Eingewöhnschutz) in Ihr Aquarium.
- Fangen Sie die Tiere vorsichtig mit einem Fangnetz aus dem Beutel heraus und stzen Sie die Fische langsam ohne Hektik in das Aquarium.
- Kippen Sie das Transportwasser unbedingt weg und schalten Sie Eine Stunde später das licht wieder an.
Der optimale Start: Aquarium Fische richtig einsetzen
Die meisten Fischarten vertragen die plötzliche Änderung von Wasserwerten meist nur schlecht oder gar nicht. Die Folgen sind meist Krankheiten und ein schneller Tod Ihrer neuen Lieblinge. Informieren Sie sich daher genau über die notwendigen Wasserwerte und befolgen Sie die langsame Eingöhnungsphase, bevor Sie Ihre neuen Aquarium Fische einsetzen.
Quarantäne ?
Quarantäne ist empfehlenswert:
- Bei zeitlich lang isolierten Aquarien und Hälterungsanlagen.
Die Begründung ergibt sich aus der Spezialisierung der Bakterienstämme eines Aquariums und der sich ausbildenden Spezialisierung der Immunsysteme der dort lebenden Tiere auf die spezifischen Bakterienstämme. Je länger ein Aquarium aus einer "definierten" Weitergabekette isoliert ist, umso größer wird die Gefahr eines Ausbruchs von undifferenziertem Massensterben nach Zuführung von neuen Fischen. Dabei spielt es dann keine Rolle, ob es sich um Tiere aus einer oder verschiedener Weitergabeketten handelt.
Angaben über den erforderlichen Mindestzeitraum der Isolierung einer Hälterungsanlage lassen sich nicht machen, der Mindestzeitraum dürfte nach vorsichtigen Schätzungen ab etwa 3 Monaten beginnen. - Bei Hinzuführung von Fischen aus einer "fremden Weitergabelinie".
Mit Weitergabeketten oder Weitergabelinien sind die in der Besiedlung mit Bakterienstämmen voneinader abhängigen Aquarien gemeint, also beispielsweise die Kette von Großhändler über Einzelhändler bis zum Aquarianer. Eine "fremde Weitergabelinie" bedeutet, daß der Aquarianer Fische aus verschiedenen Zoohandlungen erwirbt. Mit "definierter Weitergabekette" ist der Erwerb von Tieren ausschließlich aus einer Kette, also konkret bei einem Zoohändler gemeint.
Das Risiko des Ausbruchs von Massensterben nimmt bei Erwerb von Tieren aus fremden Weitergabelinien enorm zu. Hier ist eine Quarantäne unbedingt empfehlenswert. - Kombination zwischen langer Isolierung eines Aquariums und Tiere aus fremden Weitergabelinien.
Die Kombinationen zwischen den beiden vorgenannten Punkten ist die Stufe des höchsten Risikos, welches ein Aquarianer beim Neuerwerb eingehen kann. Als Beispiel sei ein Aquarium angeführt, wo keinerlei Besatzergänzungen in 2 Jahren gemacht wurden und nun erwirbt der Aquarianer von einem fremden Händler mit einem anderen Großhändler oder auch von privat neue Fische.
Quarantäne ist nicht zwingend erforderlich, aber bei Bedarf empfehlenswert:
- Bei hoher Fluktuation von Fischen, die ausschließlich aus einer "Weitergabekette" stammen.
Die konkrete Gefahr des Ausbruches eines undifferenzierten Massensterben ist bei regelmäßigem Erwerb von Tieren aus einer definierten Weitergabekette (für den Aquarianer heißt das konkret: ein Händler seines Vertrauens) recht gering, vorausgesetzt die Tiere aus dieser Kette sind erkennbar nicht erkrankt oder vorgeschädigt. Ausdrücklich nicht eingeschlossen in dieser Argumentation sind parasitäre Erkrankungen wie beispielsweise die Weißpünktchenkrankheit, die auch innerhalb einer Weitergabekette durchaus auftreten kann. Hier sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Zum weitgehenden Ausschluß des Ausbruches solcher Krankheiten kann man Quarantäne durchführen, wobei die Quarantänezeiten sich grundsätzlich an dem jeweiligen Erregerzyklus zu orientieren haben.
Grundanforderungen an ein Quarantäneaquarium
Eigentlich ist es ganz einfach, ein Quarantäneaquarium hat die Mindestanforderungen, die die Fische an ihren Lebensraum stellen, zu erfüllen. Gleichzeitig soll es die Beobachtung der Tiere erleichtern und erforderliche Pflegemaßnahmen und bei Bedarf Medikamentierungen sollen schnell und effektiv ohne die Tiere zu sehr zu stressen, ermöglichen. Es ist einleuchtend, daß man ausgewachsene Diskusbuntbarsche nicht in einem 54 l Becken in Quarantäne halten kann. Ebenso einleuchtend ist, daß man Harnischwelsen, die beispielsweise Holz für ihre Verdauung benötigen, dieses auch im Quarantäne-Aquarium anbieten muß. Tiere, die ein hohes Deckungsbedürfnis haben, muß dieses ebenso selbstverständlich erfüllt werden. Dies kann beispielsweise bei Dornaugen oder vielen Schmerlen durch PVC-Röhren, die man ins Aquarium legt, geschehen.
Grundsätzlich gilt: Das Quarantäne-Aquarium hat an einem wenig gestörten Standort zu stehen. Dies gilt vor allem für freischwimmende Tiere der mittleren und oberen Wasserschichten. Jede überflüssige Störung von außen birgt unnötigen Stressfaktoren.
Zur Vorgehensweise bei der Quarantäne im einzelnen (wir gehen hier davon aus, daß keine Möglichkeiten einer mikroskopischen Untersuchung gegeben sind):
- Mindestdauer der isolierten Haltung.
Die Mindestdauer einer von anderen Aquarien isolierten Haltung richtet sich nach den bekannten und weiter verbreiteten krankheitserregern, beispielsweise bei der Weißpünktchenkrankheit je nach Temperatur zwischen 10 und 14 Tagen. Tritt während dieser Zeit kein Ausbruch auf, so sind die Tiere entweder erregerfrei oder sie kommen mit einer latent vorhandenen, geringen Menge an Erregern klar. Vorsichtshlaber dehnt man die Zeit der isolierten Haltung auf 4 Wochen aus. Während der Zeit ist auf folgendes zu achten:- Kot.
Der Kot hat eine feste Konsistenz und je nach Nahrung eine überwiegend dunkle Färbung. Schleimiger, fädiger oder weißlicher Kot sind Anzeichen für eine nicht stabile Darmflora. Nicht irritieren sollte man sich bei Lebendgebärenden von langen Kotschnüren mit weißlichen, dünneren "Verbindungsstücken". Solange der Kot fest ist, besteht keine Gefahr. Es handelt sich bei diesen "Verbindungsstücken" um Teile der sogenannten peritrophischen Membran, die die Tiere im Darm um den Nahrungsbrei legen. - Haut.
Die Haut ist intakt, es sind keine Wunden oder Verletzungen vorhanden. Gräulich-weißliche Hautbeläge oder Hauttrübungen deuten auf eine Infektion mit Hauttrübern hin. grießkornartige Knötchen auf Befall mit den bekannten Hautparasiten. - Kiemen und Atmung.
Die Kiemen sind unauffällig. Die Atmung ist normal. Um dazu vernünftige Vergleichswerte zu haben, notiere man sich bitte für jede Art regelmäßig die Atmungsbewegungen pro Minute (wenn die Tiere nicht unter äußerem Streß stehen). Ausreichende Sauerstoffsättigung wird vorausgesetzt. Die Atmungsbewegungen je Minute sind ein guter Indikator, ob die Kiemen frei von Parasiten sind. - Augen.
Die Augen sind klar und nicht trüb. - Flossen.
Die Flossen sind (je nach Art unterschiedlich) normal gefärbt, es gibt keine randlichen Trübungen, die Flossenränder sind nicht zerfranst, die Flossenstrahlen sind intakt. Manchmal kommt bei größeren Fischen wie beispielsweise Skalaren vor, daß einzelne Flossenstrahlen gebrochen sind, diese sind lediglich zu beobachten, konkrete Behandlungen sind meist nicht erforderlich. - Verhalten.
Das Verhalten die Tiere ist normal innerhalb ihrer natürlichen Verhaltensweisen. Die Tiere sind aufmerksam (freischwimmende Tiere), konstant hungrig, nicht schreckhaft. Insbesondere sind alle Flossen abgespreizt und werden nicht an den Körper angelegt (Flossenklemmen).
Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, kann man nach 4 Wochen mit der zweiten Phase der Quarantäne beginnen.
Das Beispiel der Botia kubotai aus Teil 1 dieses Artikels zeigt, daß die reine "Getrennthaltung" über mehrere Monate bei Tieren aus verschiedenen Weitergabelinien, nicht ausreichen muß, um undifferenzierte Massensterben zu verhindern. Es geht um die wechselseitige Gewöhnung der Tiere an die Bakterienstämme des jeweils anderen Aquariums. Dazu ist folgende Vorgehensweise erforderlich:
- Kot.

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